Initiator

Mein Name ist Jürgen Kölch, ich bin 53 Jahre alt und lebe seit 1997 in München-Obermenzing.

Die Begeisterung für das Schachspiel verdanke ich meinem Großvater, der selbst leidenschaftlich gern spielte – und das nicht ohne Grund. Während seiner Kriegsgefangenschaft hatte er viel Geld beim Kartenspiel verloren und schwor sich daraufhin, nie wieder Karten anzurühren. Stattdessen entdeckte er das Schach für sich und führte auch mich in dieses faszinierende Spiel ein. Anfangs gab er mir einen Dame-Vorsprung, doch schon bald war es umgekehrt. Wenn ich eine Figur gewann, tauschte ich gerne alles ab, um schnell zu siegen – eine Vorgehensweise, die er „Räuberschach“ nannte und überhaupt nicht mochte. Er bevorzugte vielmehr komplexe Stellungen mit vielen Figuren, bei denen lange nichts Konkretes passierte.

In meiner Grundschulzeit förderte uns unser schachbegeisterter Lehrer, Gerhard Baumgartner, nach Kräften: Während die anderen Schüler Mathe paukten, durften mein bester Freund und ich hinten im Klassenzimmer an einem eigenen Tisch Schach spielen und die in der Pause begonnene Partie zu Ende bringen. Letztes Jahr besuchte er den Schachtreff – ein Wiedersehen nach 42 Jahren, das für mich ein ganz besonderes, auch emotionales Highlight war.

Mit Bauern-, Turm- und Königsdiplom im Gepäck trat ich in der fünften Klasse dem Schachklub Krumbach (Schachkreis Mittelschwaben in Bayern) bei, dem ich bis heute angehöre. Allerdings wurde mir schnell klar, dass ich spielerisch noch ein sehr kleines Licht war. Neben den regelmäßigen Klubabenden und Mannschaftskämpfen prägten mich vor allem die Begegnungen mit dem internen Schachklub der JVA Landsberg: Als Jugendlicher über vier Stunden ohne Aufsicht mit Strafgefangenen eingesperrt zu sein, war äußerst aufregend. Erst nach dem Mannschaftskampf mussten wir läuten, um wieder in die Freiheit entlassen zu werden.

Mit 18 Jahren wurde ich zum Jugendleiter gewählt und war später Mannschaftskapitän der vierten Mannschaft. In der Blütezeit des Schachklubs Krumbach traten wir mit sechs Mannschaften an, wobei unsere „Erste“ sogar in der 2. Bundesliga spielte. In dieser Phase erwarb ich meinen ersten bayerischen Schach-Schiedsrichterschein. Mit über 50 habe ich diesen Kurs erneut erfolgreich abgeschlossen und bin berechtigt, als Schiedsrichter bis zur bayerischen Oberliga („3. Bundesliga“) tätig zu sein und Turniere zu leiten. Außerdem besitze ich das deutsche Schulschachpatent und war bis Dezember 2023 als Trainer bei der Münchener Schachakademie tätig.

Meine aktuelle Spielstärke liegt bei bei 1656 (ELO) und 1567 (DWZ), also noch im mittleren Bereich. Mein langfristiges Ziel ist es jedoch, einmal unter die besten 100.000 der Weltrangliste zu gelangen – derzeit stehe ich auf Platz 119.900.

In der Pfarrgemeinde Leiden Christi bin ich Teil der Chorgemeinschaft und unterstütze seit einem Jahr außerdem als Kantor die Gottesdienste. Dafür nutze ich das Fortbildungsangebot der Erzdiözese München und Freising, die Münchener Kantorenschule.

Nun freue ich mich riesig auf viele neue Begegnungen im Schachtreff Obermenzing – direkt in meiner unmittelbaren Nachbarschaft.

Wir sehen uns am Schachbrett im Pfarrheim Leiden Christi!
Jürgen Kölch

Bildquelle: Jonathan Göb